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Jünger und weiblicher

Ausgabe #89 • Im Browser ansehen
Roter Faden – der Wochenrückblick
Liebe Roter-Faden-Leserinnen und -Leser,
wir befinden uns derzeit mitten in den Sommerferien. In den sozialen Netzwerken sieht man von Freunden und Bekannten die vielen Stories und Posts, die von Sonne, Strand und Meer berichten. In diesem Jahr habe ich das Gefühl, dass sich sehr viele Menschen aus dem Heidekreis auf eine weitere Urlaubsreise begeben haben – kein Wunder, in den beiden Vorjahren war das auch gar nicht beziehungsweise nur unter schwierigeren Umständen möglich. Genauso viele Urlauber bevölkern aber derzeit auch unseren Heidekreis – unschwer zu erkennen an dem entspannten Flanieren, den sommerlichen Outfits oder den Nummernschildern. Für uns in der Redaktion der WZ bedeuten Hochsommer und Ferienzeit aber weder Entspannung noch geringeren Arbeitsaufwand. Eher das Gegenteil.
In den Medien spricht man gerne vom Sommerloch, aber dieser Begriff gehört für mich ehrlich gesagt in die Mottenkiste. Über das Sommerloch stöhnten früher Journalisten, die den Terminjournalismus gewohnt waren und dann plötzlich – Überraschung – nichts mehr zu schreiben hatten, weil es in den Ferien keine Termine gab. Die Zeiten sind längst vorbei – wohlgemerkt nicht die, dass wir nichts mehr zu schreiben haben, sondern des Terminjournalismus und des Sommerlochs. Schon vor geraumer Zeit haben wir die Inhalte unserer Zeitung umgestellt, die Redaktion „umgebaut“, einen Newsroom eingerichtet und eine Gruppe von Redakteuren zu Reportern gemacht. Dieser Umbau hat die Zeitung nach außen zwar nicht radikal verändert, aber schon für andere Inhalte gesorgt. Hinter den Kulissen ist nichts mehr so wie es einmal war. Die Arbeitsteilung führt dazu, dass die einen für die Inhalte sorgen, während die anderen die Nachrichtenlage im Auge haben, Nachrichten sichten, sammeln, auf die verschiedenen Kanäle, also digitale Medien und Print, verteilen, Seiten bauen und im „Maschinenraum“, also im Newsroom, dafür sorgen, dass uns nichts Wichtiges verlorengeht.
Die Reporter sind den ganzen Tag über damit beschäftigt, Themen zu finden oder Geschichten nachzuspüren. Sicherlich besuchen wir auch noch Termine (wenn sie denn stattfinden), aber der Stellenwert hat stark abgenommen. Stattdessen freuen wir uns, wenn wir unseren Leserinnen und Lesern Inhalte präsentieren können, die zwar einen regionalen Bezug haben, aber möglichst viele Menschen – ob in Schwarmstedt, in Bomlitz oder in Dorfmark – gleichzeitig interessieren. Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren wollen, Anregungen haben oder auch Kritik äußern möchten, schreiben Sie mir gern oder rufen Sie mich an. Der Dialog mit Ihnen liegt mir am Herzen.
Wenn Sie das Team unserer Redaktion etwas besser kennen, wird es Ihnen nicht entgangen sein, dass wir in den vergangenen Jahren nicht nur jünger, sondern auch weiblicher geworden sind. Das hat einerseits damit zu tun, dass wir durch die Ausweitung der digitalen Kanäle einen gewachsenen Personalbedarf hatten, andererseits „flatterten“ uns hochtalentierte Menschen ins Haus, die ein Praktikum machen wollten. Auf diese Weise erkannten wir die tollen Fähigkeiten von zum Beispiel Johanna Scheele und Alessa Hachmeister, die zwischenzeitlich bei uns ihre Ausbildung beendet und einen unbefristeten Vertrag als Redakteurinnen haben. Aber auch Märit Heuer, die vor mittlerweile fast sieben Jahren bei uns ihr Volontariat begann, oder Sarah Langemeyer, die am 1. August 2014 bei uns ihre Ausbildung anfing, nach dem Volontariat nach Schwerin ging und zwischenzeitlich wieder bei uns ist, beweisen jeden Tag, wie wichtig sie für das Team sind. Hinzu kommen natürlich die „alten Hasen“, ohne die es auch nicht gehen würde.

Warum teile ich Ihnen das mit? Ganz einfach, weil wir seit einigen Tagen wieder zwei neue Praktikantinnen haben: Fee Kristin Pottharst und Maike Schuppe, die auf Anhieb zwei gute, länger recherchierte und sehr interessante Geschichten lieferten. Sie befinden sich noch im Studium, und ob es sie jemals hauptberuflich in den Journalismus verschlagen wird, hängt von ihnen selbst ab – und davon, ob es uns gelingt, bei ihnen das Feuer zu entfachen, das man nun einmal für diesen Beruf braucht.
Mit einem Hinweis auf meinen aktuellen Leitartikel mit dem Titel „Guter Putin, böser Putin“ wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende, viel Spaß bei der Lektüre unserer Zeitung – und wie gesagt, wenn Sie Lust haben, schreiben Sie mir Ihre Gedanken. Ich würde mich freuen.
Rolf Hillmann
Guter Putin, böser Putin - Meinung - Walsroder Zeitung
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